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Pflanze

Titanwurz: Darum stinkt die größte Blume der Welt so fürchterlich

  • Aktualisiert: 01.03.2024
  • 11:51 Uhr
  • Amelie Geibel

Die Titanwurz ist die größte Blume der Welt. Willst du sie bestaunen, musst du dich aber gedulden - denn sie blüht nur alle paar Jahre. Das ist aber auch gut so, denn die Pflanze stinkt bestialisch. 

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Das Wichtigste zum Thema Titanwurz

  • Die Titanwurz (Amorphophallus titanum) ist eine Pflanze aus der Familie der Aronstab-Gewächse und auf der indonesischen Insel Sumatra beheimatet.

  • Sie wurde 1878 von einem italienischen Botaniker auf einer Expedition entdeckt und gilt als die größte Blume der Welt.

  • Die Blüte der Titanwurz wird bis zu über drei Meter groß. Und auch die Knolle der Pflanze ist massig. Sie kann mehr als 150 Kilogramm wiegen.

  • Spektakulär ist der Duft der Blüte. Denn die Titanwurz stinkt nach Aas und Kot. Aus diesem Grund heißt die Titanwurz im Englischen auch "Corpse Flower" - also Leichenblume.

  • Aktuell ist die blühende Pflanze im Naturkundemuseum in San Francisco zu bestaunen. 

Blühende Titanwurz im Naturkundemuseum in San Francisco

Menschenschlangen vor der Titanwurz im Naturkundemuseum in San Francisco.
Menschenschlangen vor der Titanwurz im Naturkundemuseum in San Francisco.© picture alliance / Xinhua News Agency
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Titanwurz: So groß wird die größte Blume der Welt

🌺 Die Titanwurz hält den Rekord für die größte Blume der Welt - jedenfalls aus blütenbiologischer Sicht. Sie hat nämlich den größten unverzweigten Blütenstand.

🌺 Die Titanwurz besteht aus einer Knolle unter der Erde, einem sehr großen Hochblatt und einem hohen, langen Blütenkolben. Die Größe der Pflanze wird meist ab der Knolle gemessen. Diese liegt in der Regel zwischen 20 und 35 Zentimeter unter der Erde.

🌺 Das größte Exemplar einer Titanwurz wurde in den USA dokumentiert. Dort erreichte ein Blütenstand im Jahr 2010 eine Rekord-Höhe von 3,10 Meter (ab Knollen-Oberseite).

🌺 Aber nicht nur die Blüte ist riesig, auch die Knolle wird unvorstellbar groß. Auch hier hält die Titanwurz den Rekord. So wurde die Knolle einer Pflanze im Jahr 2010 fast 154 Kilogramm schwer.

Warum blüht die Titanwurz nur so selten?

Die Titanwurz zur Blüte zu bringen, ist gar nicht so einfach. Die Knolle ist nämlich sehr empfindlich und braucht viel Zeit, um ausreichend Energie zu sammeln. Die Titanwurz bildet zunächst nur ein Laubblatt und sieht eher aus wie ein kleiner Baum. Das Laubblatt bildet dann Nährstoffe und hilft der Knolle zu wachsen, bis es wieder eingeht. Das wiederholt die Pflanze alle ein bis zwei Jahre, bis die Knolle 20 Kilogramm schwer ist. Erst dann ist sie blühfähig.

Eine Titanwurz in Blüte. Zu sehen ist der hohe weiße Blütenstand und das innen dunkel gefärbte Hochblatt.
Eine Titanwurz in Blüte. Zu sehen ist der hohe weiße Blütenstand und das innen dunkel gefärbte Hochblatt.© AdobeStock

In der Blühphase bildet die Titanwurz ihren riesigen Blütenstand aus. Das kann, nach einer mehr oder weniger langen Knollen-Ruhe, einige Monate dauern. Dann beginnt die Titanwurz zu blühen - aber nur kurz. Die Blume öffnet sich meist am späten Nachmittag und blüht dann nur für ein bis zwei Tage. Wird die Titanwurz in der Zeit bestäubt, bilden sie innerhalb von acht Monaten orange-rote Beeren. Wird sie nicht bestäubt, verwelkt sie einfach.

Eine verwelkte Titanwurz-Blüte.
Eine verwelkte Titanwurz-Blüte.© AdobeStock

Einen so großen Blütenstand auszubilden, zehrt ganz schön an der Knolle der Titanwurz. Wird sie also nicht bestäubt und verwelkt, muss sie erst wieder Energie sammeln, um erneut zu blühen. Das kann dauern. Aus diesem Grund blüht die Titanwurz nur alle zwei bis drei Jahre. Die Pflanze bildet währenddessen wieder ein Laubblatt.

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Darum stinkt die Titanwurz so, wenn sie blüht

💀 So imposant die riesige Blume auch ist, sie hat einen Nachteil: Sie stinkt bestialisch. Der Gestank erinnert an Aas und Kot.

💀 Der üble Gestank hat einen Grund: Die Pflanze will Aas-Käfer anlocken. Sie sorgen nämlich für die Bestäubung der Blüten. Der Geruch lockt sie auf eine Entfernung von bis zu 22 Kilometer an.

💀 Da die Titanwurz nur so kurz blüht, geht sie beim Anlocken der Käfer in die Vollen: So stinkt sie nicht nur nach Aas, das Hochblatt ist zudem innen tiefrot gefärbt und die Pflanze erhöht beim Blühen ihre Temperatur auf bis zu 40 Grad. All dies lässt sie auf die Tiere wirken wie ein echter Kadaver.

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Die Geschichte der Titanenwurz

🔍 Die Titanwurz ist im Regenwald der indonesischen Insel Sumatra heimisch. Im Westen wurde sie erst durch eine Expedition 1878 bekannt. Dort entdeckte sie der Botaniker Odoardo Beccari aus Florenz. Er nannte die Pflanze Conophallus titanum. Später erhielt sie ihren offiziellen wissenschaftlichen Namen Amorphophallus titanum.

🌷 Beccari schickte einige Knollen und Samen zurück in den Westen. Daraus eine neue Titanwurz heranzuziehen, gestaltete sich schwierig. Die Royal Botanic Gardens in London schaffte es schließlich 1889 die Titanwurz zur Blüte zu bringen - elf Jahre später.

🌱 Die Botanischen Gärten der Universität Bonn haben es 1937 erstmals geschafft, die Titanwurz zum Blühen zu bringen. Seitdem kultivieren sie die Amorphophallus titanum sehr erfolgreich.

Die Blüte einer Titanenwurz im Zeitraffer

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Woher stammt die Titanwurz und wo wächst sie?

Die Titanwurz wächst ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra in der freien Natur. Doch hier schwindet ihr Lebensraum. Die Pflanze ist mittlerweile stark gefährdet. Aus diesem Grund versuchen Botanische Gärten verstärkt die Titanwurz selbst zu kultivieren. Doch das ist nicht einfach. Die Knolle ist nämlich sehr empfindlich und anfällig für Würmer und Schädlinge. Mittlerweile werden gesunde Pflanzen deshalb im Labor vermehrt.

Die Titanwurz blüht mittlerweile in vielen Botanischen Gärten auf der ganzen Welt. In Deutschland findet man sie unter anderem in Bonn und Kiel, in der Wilhelma in Stuttgart sowie im Palmengarten in Frankfurt am Main.

Häufige Fragen zur Titanwurz

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