O'zapft is!
Das Oktoberfest 2024: Die Geschichte hinter dem größten Volksfest der Welt
- Aktualisiert: 23.09.2024
- 09:36 Uhr
- Sven Hasselberg
Millionen Menschen besuchen jedes Jahr das größte Volksfest der Welt. Aber wann fand das erste Oktoberfest statt und warum wird es auch Wiesn genannt? All das erfährst du hier.
Das Wichtigste zum Thema Oktoberfest
1810 heiratet König Ludwig I. von Bayern die Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Zum Anlass dieser königlichen Hochzeit findet ein großes Fest samt Pferderennen statt: das erste Oktoberfest.
Das erste Oktoberfest spielt sich damals nur an einem Tag, dem 17. Oktober, auf einer Wiese am Stadtrand ab. Diese wird zu Ehren der Braut Theresienwiese getauft.
Über 200 Jahre nach der Gründung lockt das größte Volksfest der Welt mehr als sechs Millionen Besucher:innen an. Es dauert rund zwei Wochen. Es fließen über 5,5 Millionen Liter Bier.
Oktoberfest: Spitzenreiter unter den Volksfesten
Das Oktoberfest und seine Geschichte
Schon ein Jahr nach der königlichen Hochzeit, also 1811, entwickelte sich das Oktoberfest zu einer Art Messe. Denn der Landwirtschaftliche Verein in Bayern führt die Tradition fort und nützt das Fest, um den Städtern landwirtschaftliche Erzeugnisse und "bäuerliche Leistungen" nahezubringen.
Bis 1819 war das Oktoberfest also eine Vereinsveranstaltung. Dann übernimmt die Stadt München offiziell selbst die Organisation ihres heute größten Touristenmagneten. Mit dem Einzug der Elektrizität nimmt schließlich auch die Anzahl spektakulärer Fahrgeschäfte zu. Außerdem locken immer mehr kulinarische Köstlichkeiten das Volk an. Die Festzelte werden immer größer. Bereits 1913 fast die Bräurosl 12.000 Gäste.
Oktoberfest 2024: Wiesn-Eröffnung hier im kostenlosen Livestream und im Free-TV sehen
Heute gibt es 17 große und 21 kleine Festzelte. Sie bieten über 115.000 Sitzplätze. Es werden rund 5,5 Millionen Liter Bier getrunken, eine Million halbe Hendl verspeist und fast 80.000 Schweinshaxn. Die Maß Bier kostet 14,50 Euro.
Die Oktoberfest-Chronik: die wichtigsten Ereignisse des Volksfestes
1810: Erstes Oktoberfest anlässlich der Hochzeit von König Ludwig I. von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen.
1813: Schon im vierten Jahr fällt das Fest zum ersten Mal aus. Anlass: der Krieg gegen Napoleon.
1818: Mit einem Karussell und Schaukeln beginnt die Ära der Fahrgeschäfte und das Volksfest erhält einen Kirmes-Teil.
1850: Am Kopf der Wiesn wird die Statue der Bavaria errichtet.
1880: Das erste Mal darf Bier verkauft werden.
1898: Das erste Festzelt, die "Bierburg", mit Platz für 6.000 Besucher:innen, öffnet. Allerdings gehörte es noch einem Wirt aus Nürnberg.
1919: Nachdem das Oktoberfest schon mehrmals wegen Kriegen ausgefallen war, war dies auch im 1. Weltkrieg der Fall. Die beiden Jahre danach startet es erst wieder als kleines Herbstfest.
1935: Die Wiesnwirte veranstalten erstmals einen gemeinsamen Einzug auf das Fest in Form eines Straßenumzuges.
1949: Nachdem das Fest während des 2. Weltkriegs nicht stattfinden konnte, öffnet es erstmals wieder seine Zelte.
1980: Eine Bombe tötet 12 Besucher:innen und den rechtsextremen Attentäter. Über 200 Menschen werden verletzt. Heute steht am Haupteingang ein Denkmal, das an das Attentat erinnert.
2010: Die Oide-Wiesn, also die alte Wiesn, wird zum 200 Jubiläum veranstaltet. In den kleineren Zelten geht es gemütlicher und nostalgischer zu – so, wie damals. Da die Besucher:innen daran großen Gefallen fanden, gibt es ab nun einen festen Sonderbereich für die Oide Wiesn.
2020: Zwei Jahre in Folge muss das Oktoberfest wegen der Corona-Pandemie ausfallen.
Oktoberfest: Warum es im September stattfindet
Auch dahinter steckt eine geniale Marketing-Idee. Diese hatten die Organisator:innen schon 1872. Denn im Oktober war das Wetter schon oft recht frisch. Also dachte man sich, im September könne man noch die warmen Tage des Altweibersommers ausnutzen und somit den Besucher:innen eine schönere Zeit auf der Wiesn bescheren.
Das Fest wurde vorverlegt und findet nun immer am ersten Samstag nach dem 15. September statt und dauert bis zum ersten Sonntag im Oktober. Es sei denn, der 3. Oktober liegt als Nationalfeiertag in der Nähe dieses Sonntags. Dann wird das Fest manchmal auch noch über den Sonntag hinaus ausgedehnt.
Warum heißt das Oktoberfest Wiesn?
Schon das erste Oktoberfest fand 1810 auf einer Wiese statt. Diese wurde zu Ehren der königlichen Braut Therese von Sachsen-Hildburghausen "Theresienwiese" genannt. Heute liegt die Theresienwiese mitten in München. Der Veranstaltungsort wurde also zu einem Synonym für das Fest. Wichtig ist, dass die Münchner:innen nicht "zur" Wiesn gehen, sondern "auf die" Wiesn. Und diese wird auch nicht mit Apostroph geschrieben. Seit 2017 befindet sich "Wiesn" als Bezeichnung für das Oktoberfest in der Onlineausgabe des Duden, seit 2020 im gedruckten Nachschlagewerk.
Häufige Fragen zum Oktoberfest
Das erste Oktoberfest wurde anlässlich der Hochzeit von König Ludwig I. von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen mit einem Pferderennen gefeiert. Es fand am 17. Oktober 1810 statt.
Reservierst du einen Tisch in einem Wiesnzelt, zahlst du eigentlich nicht für den Tisch, sondern bezahlst Bons für Getränke und Essen als eine Art Mindestverzehr. Ein Tisch umfasst meist acht bis zehn Plätze und je nach Zelt sind die Preise unterschiedlich. Der Preis für einen Tisch kann ab 350 Euro aufwärts kosten.
Es gibt verschiedene Kopien des Oktoberfests. Zum Beispiel gibt es im US-Staat Ohio, in Cincinnati, eine Kopie der Wiesn, aber auch in China, Australien, Brasilien oder Japan.
Ja, der Eintritt auf die Wiesn ist frei. Jeder kann also über den Jahrmarkt gehen und sich das bunte Treiben ansehen. Nur das Essen kostet was, das Trinken und die Fahrgeschäfte. Auch der Eintritt in ein Festzelt ist erst einmal kostenlos und man muss nicht reservieren. Allerdings kann es dann schwer sein, einen freien Platz zu ergattern, besonders für größere Gruppen. Der Sonderbereich der Oidn Wiesn kostet vier Euro Eintritt, ist erst ab 21 Uhr frei. Kinder unter 14 Jahre zahlen nichts.
Rund 60 Prozent der Besucher:innen sind Münchner:innen. Zwölf Prozent stammen aus dem Rest Bayerns und neun Prozent aus dem restlichen Deutschland. Rund 20 Prozent der Gäste kommen aus dem Ausland, besonders viele aus Italien, aber auch Australien und aus den USA.