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Nicht rechtzeitig widersprochen?

Das macht die Meta-KI jetzt mit Ihren Daten

  • Aktualisiert: 27.05.2025
  • 14:54 Uhr
  • dpa
Mit Instagram, WhatsApp und Facebook stammen gleich drei populäre Social-Apps aus dem Hause Meta. (Symbolbild)
Mit Instagram, WhatsApp und Facebook stammen gleich drei populäre Social-Apps aus dem Hause Meta. (Symbolbild)© Jens Büttner/dpa

In der Nacht auf Dienstag endete die Widerspruchsfrist auf Instagram und Facebook: Ab sofort nutzt Meta Nutzerdaten aus Deutschland zum Training seiner KI-Modelle. Verbraucherschützer sind vor Gericht gescheitert.

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Der Facebook-Konzern Meta kann ab sofort in großem Stil damit beginnen, seine Systeme mit Künstlicher Intelligenz mit Nutzerdaten aus Deutschland zu trainieren. Das US-Unternehmen will dazu alle Beiträge, die Nutzer:innen jemals auf Facebook oder Instagram gepostet haben, auslesen, um damit seine KI-Modelle zu verbessern. Kund:innen konnten dieser Nutzung aktiv widersprechen. Die Widerspruchsfrist war allerdings in der Nacht zum Dienstag (27. Mai) ausgelaufen.

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WhatsApp gehört ebenfalls zu Meta, die Chat-Inhalte sind aber verschlüsselt – der Konzern kann sie deshalb nicht verwenden. Allerdings gelten Chats mit dem KI-Assistenten "Meta AI" als öffentlich und können ebenfalls für das Training genutzt werden.

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Grünes Licht vom Gericht

Zuvor waren Verbraucherschützer:innen aus Deutschland mit ihrem Versuch gescheitert, die Verwendung der Daten für das KI-Training gerichtlich untersagen zu lassen. Das Oberlandesgericht Köln entschied am vergangenen Freitag (23. Mai) in einem Eilverfahren, dass Meta Nutzerbeiträge aus Facebook und Instagram für das Training seiner KI-Software Meta AI verwenden darf (Az. 15 UKl 2/25).

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie begründete ihren Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung unter anderem mit einem Verstoß gegen europäisches Datenschutzrecht.

Meta betonte nach der Urteilsverkündung, dass mit dem Verfahren zum KI-Training keine Datenschutz-Bestimmungen verletzt würden. "Wir sind verpflichtet, Deutsch-trainierte KI in die Hände der deutschen Bevölkerung zu bringen und sicherzustellen, dass jeder in Europa gleichberechtigten Zugang zu den vollen Vorteilen der generativen KI hat", sagte ein Meta-Sprecher.

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Großer Rückstand im KI-Wettrennen

Meta kann bislang im KI-Wettbewerb mit den Marktführern nicht mithalten. Bei einer aktuellen Umfrage des deutschen Digital-Branchenverbandes Bitkom zur Nutzung von KI-Anwendungen durch die Menschen in Deutschland lagen die Konkurrenten OpenAI (ChatGPT) mit 43 Prozent, Microsoft (CoPilot) mit 39 Prozent und Google (Gemini) mit 28 Prozent weit vorn. In der Liste der meistgenutzten KI-Anwendungen tauchte das KI-Sprachmodell Llama von Meta überhaupt nicht auf.

Meta hatte Llama 2023 als quell-offenes System (Open Source) vorgestellt und in der Fachwelt für große Aufmerksamkeit gesorgt. Inzwischen sind aber etliche Expert:innen der Meinung, dass Meta mit dem Tempo der drei US-Marktführer nicht mehr mithalten kann. Sie sehen selbst bei chinesischen Herausforderern wie DeepSeek eine größere Dynamik.

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