Gegenmaßnahmen angekündigt
US-Zollpaket trifft China hart: Peking kontert
- Veröffentlicht: 03.04.2025
- 08:40 Uhr
- Babette Büchner
US-Präsident Donald Trump setzt auf drastische Strafabgaben für Handelspartner. China trifft es besonders hart und die Führung in Peking reagiert.
Das Wichtigste in Kürze
Für China belaufen sich die neuen US-Zölle auf 34 Prozent - zusätzlich zu bereits geltenden happigen Strafabgaben auf Produkte aus der Volksrepublik.
Das Handelsministerium in Peking kündigte nun Gegenmaßnahmen an.
Washington hat bei den neuen Zöllen auch Handelshemmnisse wie unter anderem Diebstahl geistigen Eigentums oder Währungsmanipulation in die Kalkulation einbezogen.
Einige Länder treffen die neuen US-Zölle besonders hart - so wie China. Das Land hat den USA nun mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Volksrepublik habe die Ankündigung wechselseitiger Zölle zur Kenntnis genommen und lehne diese entschieden ab, teilte das Handelsministerium in Peking mit. China werde entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu schützen, hieß es.
Trumps gewaltiges Zollpaket ist faktisch eine Kampfansage an Handelspartner in aller Welt. Bereits vor der Ankündigung hatten die USA Waren aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit 20 Prozent Zöllen belegt, worauf Peking mit eigenen Maßnahmen reagierte. Nun treffen die Volksrepublik zusätzlich Aufschläge von 34 Prozent, was die Zollbelastung für viele Produkte aus Fernost in Summe auf mehr als 50 Prozent steigen lässt.
Die wechselseitigen Zölle, die auf "subjektiven und einseitigen Einschätzungen der USA" beruhten, stünden nicht im Einklang mit den internationalen Handelsregeln, kritisierte das chinesische Handelsministerium. "Rechte und Interessen der betroffenen Parteien" würden untergraben, es handele sich um eine "typisch einseitige Art der Schikane". Die Behörde forderte die US-Regierung auf, ihre Zölle unverzüglich aufzuheben und Differenzen im Dialog zu lösen.
Prinzip der Gegenseitigkeit laut USA
Die Amerikaner sprechen an dieser Stelle von der Belegung mit wechselseitigen Zöllen - also von einem Prinzip der Gegenseitigkeit. Ihre Argumentation: Viele Länder erschwerten den Import von US-Produkten, das könne man sich nicht länger bieten lassen. "Die Idee ist, dass wir andere Länder so behandeln, wie sie uns behandeln", sagte ein Berater Trumps.
Washington bezieht sich dabei nicht nur auf Zölle, sondern auch Handelshemmnisse wie Subventionen, strenge Einfuhrvorgaben, Diebstahl geistigen Eigentums und Währungsmanipulation in ihre Kalkulation mit ein. Diese Barrieren seien "weit schlimmer" als die eigentlichen Zölle, heißt es aus dem Weißen Haus.
Die US-Regierung hat nun für jedes Land einen Prozentsatz ermittelt, der sowohl Zölle als auch diese anderen Handelshemmnisse abbilden soll. Daraus leitet sich dann der entsprechende Zoll auf Importe aus diesen Ländern ab. Er ist jeweils etwa halb so hoch wie der von den Amerikanern ermittelte und schwer überprüfbare Wert. Warum nur die Hälfte? Trump begründet das mit seiner Milde und sagt: "Wir sind gute Menschen."
- Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa