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Deutschlandticket: Ampel wirbt für einheitlichen Fahrradtarif

  • Veröffentlicht: 12.02.2024
  • 10:32 Uhr
  • Clarissa Yigit
Das Deutschlandticket könnte zukünftig einen einheitlichen Fahrradtarif erhalten und so die Fahrradmitnahme in der Bundesrepublik regeln.
Das Deutschlandticket könnte zukünftig einen einheitlichen Fahrradtarif erhalten und so die Fahrradmitnahme in der Bundesrepublik regeln.© Foto: Boris Roessler/dpa

Für das Jahr 2024 bleibt der Preis für das 49-Euro-Ticket stabil. Damit das Angebot noch mehr an Attraktivität gewinnt, liegt jetzt der Vorschlag von einem "Deutschlandticket-Fahrrad" auf dem Tisch.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Nach Einführung des 49-Euro-Tickets nutzen dieses bereit rund elf Millionen Menschen.

  • Allerdings ist die Fahrradmitnahme in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

  • Vertreter der Bundesregierung fordern jetzt, eine einheitliche Regelung umzusetzen.

Inhaber:innen des Deutschlandtickets, auch bekannt als 49-Euro-Ticket, dürften sich kürzlich erst gefreut haben, denn die bundesweite Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs wird 2024 nicht teurer. Zu dieser Einigung sind erst kürzlich die Verkehrminister:innen gekommen, schreibt die "Rheinische Post" (RP).

Im Video: Umfrage: Ein Drittel würde teureres Deutschlandticket nicht unterstützen

"Deutschlandticket Fahrrad"

Nun gehen die Überlegungen der Grünen und FDP zur Ausgestaltung des Tickets sogar noch einen Schritt weiter: Es soll einen einheitlichen Tarif für alle Bundesländer geben, der die Mitnahme von Fahrrädern regelt.

So äußerte sich die Verkehrsexpertin der Grünen im Bundestag, Nyke Slawik, gegenüber der "Rheinischen Post" (RP) mit den Worten, dass solch eine Regelung Klarheit schaffe und Ärgernisse beim Verlassen der Verbundgrenzen mit ungültigem Zusatzticket beseitige. Daher sei für Slawik ein "Deutschlandticket Fahrrad" durchaus vorstellbar, das allerdings "die Schaffung eines einheitlichen Fahrradtarifs" benötige.

Aber auch eine einheitliche Regelung von Kindern sei im Gespräch. "Wir betrachten die Entlastung von Familien als dringlichstes Ziel und wollen deshalb die Mitnahme von Kindern bis 14 Jahren auf dem Ticket deutschlandweit verwirklichen", erklärt die Grünen-Politikerin gegenüber der RP.

Da für die Ausgestaltung des Deutschlandtickets wie auch für die Organisation des gesamten öffentlichen Personennahverkehr-Systems (ÖPNV) die Bundesländer zuständig seien, spricht sich Valentin Abel, FDP-Abgeordneter und zuständig für den Fahrradverkehr, für flächendeckende, gleiche Mitnahmeregeln beim Deutschlandticket aus. "Der Ball liegt eindeutig im Feld der Länder", betont Abel gegenüber der RP. Allerdings gebe es bisher noch keine "einheitliche Position", habe ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums von Volker Wissing (FDP) mitgeteilt.

Auch Stephanie Krone, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), befürwortet den Vorschlag. So sei eine grundsätzlich kostenfreie Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen nötig, um die Menschen aus den Autos und in den klimafreundlichen Verkehr zu locken. "Wir finden es bedauerlich, dass die Fahrradmitnahme im Nahverkehr weiterhin unnötig kompliziert und teuer ist", äußert sich Krone betrübt gegenüber der RP. So müsse es möglich werden, "einfach mit dem Deutschlandticket einsteigen - und fertig."

Allerdings müssten hierzu auch die Mitnahmekapazitäten erweitert werden. Zudem seien rund 1,5 Millionen neue Fahrradparkplätze an Bahnhöfen nötig, erklärt die Sprecherin.

Im Video: Deutschlandticket: Erste Stadt steigt aus

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Preis für Deutschlandticket zukünftig stabil?

Verkehrsexpert:innen halten das 49-Euro-Ticket bereits jetzt für zu teuer.

Für das Jahr 2025 rechnet die Verkehrsbranche mit einer Verteuerung des Deutschlandtickets. So müsse man das Ticket tatsächlich "erhöhen und an die Kosten anpassen", zitiert NTV den Präsidenten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortman.

Zudem seien die Verkehrsunternehmen ohne finanzielle Förderung mit dem aktuellen Tarif nicht in der Lage, das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr aufrechtzuerhalten, so Wortmann.

"Der ADAC setzt darauf, dass auch in den kommenden Jahren große Preissteigerungen vermieden werden, damit Mobilität für alle bezahlbar bleibt", ergänzt ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand auf der Internetpräsenz des Clubs. Daher müsse es zeitnah eine Entscheidung über die langfristige Finanzierung und den zukünftigen Preis des Deutschlandtickets geben.

:newstime

Bisher nutzen rund elf Millionen Menschen das bundesweit gültige Deutschlandticket für den ÖPNV.

  • Verwendete Quellen:
  • NTV: "Ampel wirbt für "Deutschlandticket Fahrrad""
  • ADAC: "49-Euro-Ticket: Keine Preiserhöhung beim Deutschland-Ticket"
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